Französisch als 2. oder 3. Fremdsprache

Französisch als 2. oder 3. Fremdsprache

Wozu überhaupt Französisch lernen?

Der französischen Sprache kommt im Land Baden-Württemberg im Blick auf die Konzeption einer Mehrsprachigkeit eine zentrale Bedeutung zu. Französisch ist nicht nur die Sprache unseres Nachbarlandes Frankreich, mit dem Baden-Württemberg eine lange gemeinsame Grenze hat, sondern Französisch wird auch als Erstsprache in drei weiteren europäischen Ländern gesprochen: in Belgien, Luxemburg und der Schweiz. Es ist Weltsprache und wird als solche als Verkehrs- und Amtssprache in vielen Ländern der Welt und internationalen Organisationen gesprochen.

Seit dem Deutsch-Französischen Vertrag von 1963 ist es erklärter politischer Wille, die besonderen Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich durch persönliche und institutionelle Kontakte zu intensivieren und das Erlernen der Sprache des Partners besonders zu fördern. Dieses politische Ziel wurde 2010 mit der Verabschiedung der Deutsch-Französischen Agenda 2020 erneut bekräftigt. Sie legt zahlreiche Bereiche fest, in denen Austausch und Kooperation intensiviert werden müssen, um die bisherige erfolgreiche politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit beider Staaten im Kontext eines zusammenwachsenden Europas zu stärken. Eine entscheidende Bedeutung kommt dabei dem Bildungsbereich und insbesondere dem Erlernen der Sprache des Nachbarn zu. […]

An den Gymnasien wird Französisch neben Englisch und Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache angeboten. Im Blick auf die anderen romanischen Sprachen hat Französisch das größte Transferpotenzial aufzuweisen, so dass ihm als Brückensprache eine besondere Bedeutung im Kontext der Mehrsprachigkeit zukommt.

(Auszug aus: Bildungsplan Baden-Württemberg,   Französisch als zweite Fremdsprache, 2016, S. 6)

Wie ist das Französisch-Profil am GGS aufgebaut?

Neben der Möglichkeit, Französisch als zweite Fremdsprache (neben Englisch) schon ab der 6. Klasse zu lernen, kann man am GGS Französisch alternativ auch erst ab der 8. Klasse als dritte Fremdsprache (neben Latein und Englisch) im Profil erlernen.

Dies bedeutet, dass in den Klassenstufen 8-10 Französisch mit jeweils 4 Stunden pro Woche unterrichtet wird. Französisch ist Hauptfach.

Wie geht es nach Klasse 10 weiter?

Die Baden-Württemberg-weite Oberstufenreform zum Schuljahr 2019/20 (Abiturjahrgang 2021) sieht vor, dass Französisch nach Klasse 10 entweder ganz abgewählt, oder in der Kursstufe als dreistündiges Basisfach oder gar als fünfstündiger Leistungskurs weitergeführt werden kann. Diese Regelung gilt für alle Französisch-Lerner am GGS (ob als zweite Fremdsprache ab Klasse 6 oder im Profil mit dritter Fremdsprache ab Klasse 8).

Im Falle einer Abwahl von Französisch nach Klasse 10 müssen dann nach dem „2+1 Prinzip“ eine weitere Fremdsprache sowie zwei Naturwissenschaften ODER zwei weitere Fremdsprachen sowie eine Naturwissenschaft weitergeführt werden.

Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass man bei einer Weiterführung von Französisch (ganz gleich ob drei- oder fünfstündig) noch die Wahl zwischen einer weiteren Fremdsprache und einer Naturwissenschaft ODER zwei Naturwissenschaften hat.

Ob die parallele Fortführung dreier Fremdsprachen in der Oberstufe nach der neuen Reform möglich sein wird, ist nach derzeitigem Stand noch nicht einschätzbar. mehr

Wann muss ich mich entscheiden?

Eine erste Vorentscheidung fällt bereits mit der Anmeldung am GGS. Entscheidet sich der Schüler/die Schülerin gegen Latein und für Englisch als erste Fremdsprache, so ist damit gleichzeitig festgelegt, dass er/sie ab der 6. Klasse Französisch lernt.

Entscheidet er/sie sich hingegen für Latein als erste Fremdsprache, so lernt er/sie automatisch Englisch als zweite Fremdsprache ab Klasse 6 (bzw. als zweistündige AG zur „Überbrückung“ auch schon parallel zu Latein in Klasse 5). Nur in diesem Fall kommt Französisch als 3. Fremdsprache überhaupt in Frage.

Gegen Ende von Klasse 7 fällt dann die Entscheidung über das Profil. Der Schüler/die Schülerin kann dann zwischen dem BK-Profil, dem NWT-Profil und eben dem Französisch-Profil mit Französisch als  3. Fremdsprache („Französisch-Profil“) wählen.

Sind die Schüler des Französisch-Profils am Ende von Klasse 10 auf dem gleichen Stand wie Schüler, die Französisch seit der 6. Klasse lernen?

Die Erfahrung hat gezeigt, dass Französisch-Profil-Schüler in ihren Leistungen am Ende von Klasse 10 den „regulären“ Französisch-Lernern in der Regel in nichts mehr nachstehen. Dies liegt einerseits an den Grundlagen, die durch das frühe Erlernen von Latein gelegt werden, und andererseits an der Tatsache, dass in Klasse 8 die Kompetenz zum systematischen Erlernen einer Fremdsprache bereits sehr stark ausgeprägt ist.

Für wen ist das Erlernen einer dritten Fremdsprache zu empfehlen?

Schüler, die in den ersten Lernjahren Freude am Sprachenlernen haben und sich mit Vokabellernen, Rechtschreibung und Grammatik leichttun, sind im Sprachprofil richtig aufgehoben.

Welche Austausch-Möglichkeiten gibt es für Schüler im Französisch-Profil?

Schüler im Französisch-Profil können in Klasse 10 – gemeinsam mit den Schülern aus Klasse 9, die Französisch seit der 6. Klasse lernen – am Schüleraustausch mit Genech teilnehmen.

Kann ich auch noch zusätzlich die Spanisch-AG besuchen?

Ja, in den Klassen 9 und 10 kann Spanisch als „spätbeginnende“, vierte Fremdsprache im Rahmen einer AG erlernt werden. Natürlich steht die Spanisch-AG auch denjenigen offen, die gar kein Französisch haben, bzw. es schon seit Klasse 6 lernen.