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Im Rahmen der Schulentwicklung am GGS haben fächerübergreifende
Langzeitprojekte in den Fächern Deutsch, Bildende Kunst mit
Darstellendem Spiel und Musik inzwischen ein besonderes Gewicht
bekommen.
Mit großzügiger Unterstützung des Vereins der Freunde wurde 2002 im
Westsaal eine Werkbühne mit Beleuchtung und Beschallung eingerichtet, auf der Proben und Aufführungen stattfinden.
Hilfe, die Herdmanns kommen
Das Märchen „Schwan, kleb´ an“ des Dichters, Märchen- und Sagensammlers Ludwig Bechstein (1801 – 1860) stand am Beginn einer unterhaltsamen Theaterstunde. Die Klasse 5c hatte sich schon seit Wochen mit ihrer Deutschlehrerin Helga Abelein und der als Regieassistentin fungierenden Referendarin Ulrike Haußmann auf den großen Moment des Auftritts vorbereitet und spielte nun die Geschichte vom verlachten Gottfried vor, dem ein liebes, altes Weibchen zu einem Zauberschwan verhalf, an dem nach und nach eine so lustige Truppe kleben bleibt, dass sogar die ewig traurige Prinzessin endlich wieder lachen kann. Keine Frage, dass Gottfried vom König seinen verdienten Lohn erhält: ein Herzogtum und die Hand der nunmehr ewig fröhlichen Tochter.
Die Fünfer boten höchst abwechslungsreiche Szenen aus Pantomime, Dialogen, Erzählabschnitten und sogar einem im Hintergrund ablaufenden Schattenspiel mit Stabfiguren, die sie mit Lehrerin Katja Vogler im erweiterten Kunstunterricht zusammen mit den Kunstzugschülern der Klasse 5a hergestellt hatten.
Gleich im Anschluss brachte die Klasse 5b das „Pflaumenhuhn, das Ärgernis erregte, weil es, was Hühner sonst nicht tun, statt Eiern Pflaumen legte.....“ auf die Bühne -eine tragik-komische Ballade von Peter Hacks. Mit Tempo und Rhythmus, trommelnd, klatschend und rappend tummeln sich die Kunstzugschüler im rasanten Geschehen um das arme Huhn. Von ihrem Klassen- und Kunstlehrer Tilman Nagel, der auch Darstellendes Spiel unterrichtet, und in Deutsch bei Katrin Eberle wurde die Klasse glänzend aufs Pflaumenhuhn eingestellt. Das findet wegen seiner Pflaumen- statt Eierlegerei ebenso einen frühen Tod wie der Eier tragende Pflaumenbaum sein Schicksal als Stuhl und Tisch..., auf und an denen sitzend der erboste Bauer im Finale furioso schließlich sein gebratenes Pflaumenhuhn verspeist.
Keine Frage, dass die beiden unterhaltsamen Klassentheaterstücke unter großem Applaus nicht nur den Parallelklassen, sondern auch den Familien und Freunden inweiteren Vorstellungen präsentiert wurden.

"Dieses Projekt stellt ein überzeugendes Beispiel für Prozess- wie Produktlernen dar. Von einer reflektierten Konzeption über die Möglichkeiten von Langzeitprojekten in der Schule ausgehend, wird hier in einer breit angelegten Fächerverknüpfung ein Einblick in das mittelalterliche Leben erarbeitet und im Theaterspiel dokumentiert. Dabei wechseln von den Lehrenden gesteuerte Erarbeitungsphasen mit motivierenden, produktionsorientierten Schüleraktivitäten. Bei der Ausarbeitung szenischer Dialoge vernetzen die Schülerinnen und Schüler, was sie in den einzelnen Fächern über das Leben im Mittelalter gelernt haben, und fügen die einzelnen Elemente zu einem neuen Gesamtbild zusammen."
Die Wiederaufnahme des mittelalterlichen Stationenspiels im Frühjahr 2005 durch die Klasse 6a wurde von über 300 Zuschauern und von der örtlichen Presse mit großem Applaus bedacht:
So schrieb die Böblinger Kreiszeitung am 21. März 2005:
Eigentlich wollen Michael und Stephanie nur an
ihrem Laptop das neue Computerspiel "Anno 1202" ausprobieren. Doch
plötzlich schlafen sie ein und finden sich inmitten der
mittelalterlichen Welt wieder. Dort bieten Goldschmiede und Tuchhändler
ihre Waren feil, die Wache vertreibt Aussätzige und Bettler. So begann
am Freitagabend die erste Aufführung des Stückes "Anno 1202 - Der König
kommt in die Stadt", das die Klasse 6a des Goldberggymnasiums (GGS) in
wochenlanger Arbeit vorbereitet hatte. Als Zuschauer waren Eltern und
Verwandte eingeladen.
"Der Weg ist das Ziel", erläuterte Wolfgang Wulz den Sinn der
Inszenierung. Als Deutsch- und Geschichtslehrer der Schule hatte der
die Gesamtleitung des Projekts übernommen und das Stück im
Deutschunterricht vorbereitet. "Die Realisierung war nur möglich durch
die Teamarbeit der beteiligten Kollegen", stellte Wulz jedoch klar.
So kümmerte sich Kunstlehrerin Katja Vogler um das Bühnenbild, die
Lehrerin für Textiles Werken, Monika Ziegler-Seidl, um die farbenfrohen
und detailreichen Kostüme. Musiklehrerin Bettina Gölz sorgte für die
passende klangliche Untermalung. In der Fecht-AG wurden Schwertkämpfe
geprobt. Eine Szene auf Latein stammte aus der Feder von Dr. Gerhard
Vogt und die Englischlehrer Ulrich Mayer und Hans Wrobel übten mit den
31 Schülern der 6a die englische Aussprache für die Darstellung Robin
Hoods und seiner Taten.
Besonders froh zeigte sich Wolfgang Wulz darüber, dass mit Ulrike
Haußmann eine ehemalige Schulpraktikantin die Regie übernahm, die
zusätzlich eine Ausbildung zur Theaterlehrerin macht. Obwohl sie gerade
in ihren Staatsexamensprüfungen steckt, verbrachte sie in den
vergangenen fünf Wochen täglich zwei Stunden am GGS.
Nach den Faschingsferien hatte die heiße Phase der Proben begonnen.
"Die Intention des Projekts ist es, die Schüler fächerübergreifend zu
praktischem Lernen zu bringen", betonte Wolfgang Wulz. Damit könne man
alle Kompetenzen, wie etwa Teamfähigkeit vermitteln, die in den neuen
Bildungsstandards vorgesehen seien. Schon öfters habe diese Klasse, die
den Kunstzug durchläuft, derartige Projekte in Angriff genommen. Vor
eineinhalb Jahren war es ein Märchen, letztes Jahr ein Singspiel. Auch
auf "Anno 1202 " hatten sich die Kinder intensiv vorbereitet. Nicht
nur, dass jeder drei bis vier Rollen übernahm. Zu ihren Charakteren
mussten sich die Schüler auch Rollenbiografien der mittelalterlichen
Händler, Knechte, Bediensteten oder Mönche ausdenken und diese in
Rolleninterviews nachempfinden [mehr darüber...]
An sich ist es Sache eines professionellen Symphonieorchesters, den "Karneval der Tiere" von Camille Saint-Saëns darzubieten. Bei entsprechender Umarbeitung kann das auch eine Schulklasse. So die 5a am 17. Juni: Sie spielte das Werk als Singspiel für Kinder auf der bestens für solche "kleineren" Aufführungen geeigneten Werkbühne im Westsaal.
Ein elegant gekleideter Herr (in jeder Szene neu besetzt - es wollten ja alle mitmachen) erklärte dem Publikum, er sei ein Wunderkind gewesen, das nie etwas Gelesenes vergessen habe (traumhaft!), sei der Komponist des Werks und werde die verschiedenen Tierarten (hinter denen wir natürlich verschiedene Typen unserer lieben Mitmenschen zu sehen hätten) vorstellen. Und dann kamen sie und tanzten: die königlichen Löwen, die Elefanten mit ihrem Stampftanz, die Fische in einer suggestiven Wasserlandschaft (Wellen, Luftblasen, bewegte Schlingpflanzen - aus Plastikbahnen, Seifenlauge und Stoffbändern), die spezielle Tierart der Pianisten, im Playback mit farbigen Wedeln auf eine riesige, hochgestellte Tastatur hämmernd, und sehr lebendig auch die Fossilien auf wirbelnden Regenschirmen. Davor schon die Schildkröten: Zuerst eine Art Turbo-Schildkröten, die zum Cancan von Jacques Offenbach flott die Beine fliegen ließen, dann die richtigen, die zu Saint-Saëns' verlangsamter Parodie von Offenbachs Gassenhauer eine artgerechte Zeitlupenversion lieferten.
Natürlich kam die Originalmusik vom Band, aber zwischendurch boten die Kinder auch selbst musikalische Einlagen mit Flöten, Geigen, Xylophonen und Singstimmen. Zum Teil ging es ganz musikpädagogisch zu: Die vom Komponisten verarbeiteten bekannten Melodien wurden im Voraus vorgespielt, damit das geneigte Publikum sie im Stück auch erkannte.
Drei Fächer haben für das Projekt zusammengearbeitet: Natürlich Musik (mit Frau Gölz), dazu die Bildende Kunst (mit Frau Vogler), die den Viechern die passenden Köpfe aufsetzte und auch mit Dschungelbildern einen angemessenen Hintergrund schuf, und schließlich Deutsch, wo die Spielfassung mit den Texten von Herrn Wulz eingeübt wurde.
Theaterstücke im Klassenverband werden hin und wieder auch im
"Darstellenden Spiel" einstudiert; nämlich dann, wenn die Schülerinnen
und Schüler von sich aus unbedingt ein Theaterstück aufführen möchten.
Jedoch ist die Arbeitsweise im "Darstellenden Spiel" ein wenig anders:
Hat einer der Schülerinnen sich eine Geschichte ausgedacht, so werden
die Szenen zuerst improvisiert. Dann werden die Sprechtexte soweit wie
möglich reduziert, denn das gestische Spiel steht im Vordergrund. Auch
verzichten wir auf Requisiten und Bühnenbild, so dass wir uns einer
Theaterform annähern, die sich das "Arme Theater" nennt.
Eine Klasse 6 hat so mit beachtlichem Erfolg ihr selbst geschriebenes
und inszeniertes Stück "Verschollen!" aufgeführt, das von der Odyssee
einer Schullandheim Fahrt erzählt.
Fächerübergreifendes Langzeitprojekt in Klasse 6 unter Beteiligung der Fächer Deutsch, Bildende Kunst/Darstellendes Spiel und Musik auf der Grundlage des Jugendbuchs "Die Wilden Hühner" von Cornelia Funke. Gestaltung eines Schaufensters und Präsentation von Spiel- und Tanzszenen (Hühnerrap) beim Sindelfinger Adventskalender 2001. Zwei Theateraufführungen für die Klassen 5 und Eltern, Freunde, Bekannte, Ehrengäste, Presse im Frühjahr 2002. Wiederaufnahme am Schuljahrsende mit drei Aufführungen für benachbarte Grundschulklassen. 2. Preis beim Wettbewerb "Der Goldene Floh 2002.